
Aber lassen wir das beseite und da kommen wir zu "New Lancia". Hier wurde "bewusst" ein falsches Spiel getrieben - weil du ja gerade die Intelligenz der Leute in Turin (zu denen es ein paar Anekdoten gibt, wie arrogant und "selbstmörderisch" sie sich ab und an verhalten haben, aber das ist ein anderes Thema

Wie schon oft erwähnt, die Gründe, die SM nannte, sind mir - und ich bin weder Genie noch ein Prophet - schon seit langem bekannt und nicht nur mir und hätten ihm bekannt sein müssen, wenn nicht, dann hätte er seinen Job verfehlt gehabt.
Er war es, der beispielsweise den "Deltina" abgelehnt hatte, obwohl Francois ihn um jeden Preis haben wollte und es ist er, der einen derartigen Zickzackkurs gefahren ist, dass selbst für italienische Verhältnisse das "atemberaubend" war.
Ich bin der Letzte, der SM verteufeln würde, aber ich bin auch meilenweit davon entfernt, ihm ein Denkmal zu bauen, denn eins ist im absolut fremd PR-Maßnahmen.
Ich habe selten einen Manager erlebt, der so schlecht etwas verkauft bekommen hat wie er. Allein wenn ich die Geschichte mit der "fabbrica Italia" anschaue, was für einen Eiertanz, mal ja, dann wieder nein, um am Ende deutlich weitreichendere Schritte einzuleiten, als dieses Papier garantieren sollte.
Was aber bleibt bei den Leuten hängen? Einer, der "vollmundig" dieses Projkekt gestartet hat, aber am Ende wieder "nix" herausgebracht. Dass am Ende er weitreichendere Entscheidungen getroffen hat, ist kaum einem bewusst.
Ich habe immer gesagt, Marchionne ist ein Mann der Finanzen und im großen Rahmen hat er im Prinzip "alles" richtig gemacht, wobei man nicht vergessen darf, dass nicht SM in "Alleinregie" gehandelt hat, sondern dahinter auch ein Team stand und mindestens das "Abnicken" des Elkann-/Agnelli-Clans auch vorhanden sein musste.
Aber so gut er große Entscheidungen getroffen hat, die vielleicht das Unternehmen längerfristig auf den "richtigen" Weg gebracht hat, so groß sind seine "Fehler" auch, wenn es um die Produkte geht. Er hat hier so oft gezeigt, dass er sehr wenig von der europäischeun und vor allem "italienischen" Mentalität versteht. Er hat beinahe jedem vor den Kopf gestoßen und eine Reihe von "Fehlleistungen" vollbracht (siehe Bravo/Croma), dass ich mich oft gefragt habe, wie das einem Manager seines Schlags überhaupt passieren konnte.
Wie gesagt, er ist ein Mann der Finanzen, aber leider keines des Produkts. Bisher lag er damit jeweils kurzfristig richtig, aber ich hoffe, dass es nicht am Ende ein Bumerang wird und somit ein "Sterben" nur aufgeschoben und nicht aufgehoben wurde.
Er ist auf keinen Fall ein Mann für "alle" Jahreszeiten und so sehr auch Autos von Finanzen geprägt sind, so sehr ist aber auch das Produkt wichtig und natürlich auch die Emotionen, die diese wecken sollen, ein weiteres Defizit Marchionnes.