Hammerwerk..!
Hammerwerk..!
Beim Aufbau des immer noch eingebauten Strassenmotors hatte ich zum Schutz der Ventilschäfte 1mm starke Ventilshims zwischen Ventilschaft und Einstellschraube bzw. Stössel montiert. Beim Rennmotor sollen dann (irgendwann) Einstellschrauben mit Elefantenfüßen verwendet werden.
Nach 10 Runden Nordschleife am letzten Sonntag ( Markenclub GLP Historic Trophy) hörte ich beim Abnehmen des Helms ein lautes Tickern. Nach Öffnen der Motorhaube war klar, das Tickern kam vom Ventiltrieb. Nach dem Abnehmen des Ventildeckels war die Ursache schnell gefunden, Das Auslassventil des 1. Zylinders hatte statt 0,25 nun 1,25 mm Spiel. DIe Einstellschraube hatte das zwischengelegten Ventilplättchen einfach durchschlagen. Ich hab nun alle 1 mm Shims durch um 0,7 mm dickere Exemplare ersetzt. Mal sehen..
Der Verschleiß der Shims durch die Einstellschrauben beträgt nach nun nicht wirklich zaghaft gefahren 3700 Km rundum ca. 5/100 mm. Alle Shims unter den Einstellschrauben wurden nun durch neue, dickere ersetzt. Die Shims unter den Stößeln lassen sich erst nach Lösen der Kipphebelwellen tauschen, daher blieben sie erst einmal. Aber hier sieht man, wie sehr nach realtiv kurzer Fahrzeit das Ventilspiel sich verändert, bzw. das eingestellte Spiel durch die eingeschlagenen Einstellschrauben verfälscht wird..
Gruß, Ali
Nach 10 Runden Nordschleife am letzten Sonntag ( Markenclub GLP Historic Trophy) hörte ich beim Abnehmen des Helms ein lautes Tickern. Nach Öffnen der Motorhaube war klar, das Tickern kam vom Ventiltrieb. Nach dem Abnehmen des Ventildeckels war die Ursache schnell gefunden, Das Auslassventil des 1. Zylinders hatte statt 0,25 nun 1,25 mm Spiel. DIe Einstellschraube hatte das zwischengelegten Ventilplättchen einfach durchschlagen. Ich hab nun alle 1 mm Shims durch um 0,7 mm dickere Exemplare ersetzt. Mal sehen..
Der Verschleiß der Shims durch die Einstellschrauben beträgt nach nun nicht wirklich zaghaft gefahren 3700 Km rundum ca. 5/100 mm. Alle Shims unter den Einstellschrauben wurden nun durch neue, dickere ersetzt. Die Shims unter den Stößeln lassen sich erst nach Lösen der Kipphebelwellen tauschen, daher blieben sie erst einmal. Aber hier sieht man, wie sehr nach realtiv kurzer Fahrzeit das Ventilspiel sich verändert, bzw. das eingestellte Spiel durch die eingeschlagenen Einstellschrauben verfälscht wird..
Gruß, Ali
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Re: Hammerwerk..!
So so. Jetzt stellt sich die Frage nach dem Warum. Denkst du wirklich dass du dies mit den dicken Shims nur 0, 7mm+ zum Halten bekommst?
Wo werden diese Dinger denn verwendet.
D.h.wo sind die denn her. Beim Fulvia hast du
eine sehr hohe Flächenpressung. Das bedeutet das du shims haben musst die sehr zäh sind und
Einsatzgehärte. Das würde ich zuerst mal heraus finden. Denn die Späne im Motor kommen bestimmt nicht so gut.
Gruß Andreas
Wo werden diese Dinger denn verwendet.
D.h.wo sind die denn her. Beim Fulvia hast du
eine sehr hohe Flächenpressung. Das bedeutet das du shims haben musst die sehr zäh sind und
Einsatzgehärte. Das würde ich zuerst mal heraus finden. Denn die Späne im Motor kommen bestimmt nicht so gut.
Gruß Andreas
Re: Hammerwerk..!
Hallo Andreas,
Warum? Weil mir eingeschlagene Ventilschäfte schon seit meiner Yamaha XT 500-Zeit ein Greuel sind.
Der Umstieg auf die guten alten Konigswellen-Ducatis änderte zwar nichts an der Ventilbetätigung über Kipphebel, aber hier wurden dann schon Shims zur Einstellung der Öffner- und Schließer-Kipphebel verwendet.
Ich habe seinerzeit mit einigen Motorenbauern gesprochen und alle plädierten für Einstellschrauben mit Elefantenfuß im Fulvia-Motor, wie sie z.B. in den klassischen Ferrari und auch von Porsche verwendet werden. Leider sind sie in M7 nur sehr schwer zu beschaffen, Porsche verwendet z.B. M8. Ich habe 8 Stück für einen Rotax-Motor beschaffen können, mehr habe ich nicht bekommen können. Die sind aber für den nächsten Motor bestimmt..
Irgendwie kam mir dann der Gedanke, gewöhnliche Shims zu verwenden, um das wohl unvermeidliche Einschlagen der Einstellschrauben ohne Elefantenfuß in die Ventilschäfte zu vermeiden. Die von mir verbauten Shims sind von Schrick, ich verwende sie auch in meinem Alfa 16V Rennmotor, dessen Ventilbetätigung allerdings über Tassenstößel erfolgt. Ich muß zugeben, es war ein Versuch, der aber bisher einwandfrei funktioniert hat. Alle Shims haben zwar, wie schon geschrieben, messbare Einschlagtiefen von ca. 5/100 mm, haben aber, bis auf das am 1. Auslassventil, gehalten. Vielleicht war ein Verschalter schuld, aber ehrlich gesagt, glaube ich das nicht..
Über die Späne des zerschossenen Shims habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht. Ich hoffe einfach mal, dass die verbaute Magnet-Ablassschraube ihre Arbeit verrichtet..
Wenn jemand eine Bezugsquelle für Einstellschrauben M7 mit Elefantenfuß kennt, darf er das gerne mitteilen..
Gruß, Ali
Warum? Weil mir eingeschlagene Ventilschäfte schon seit meiner Yamaha XT 500-Zeit ein Greuel sind.
Der Umstieg auf die guten alten Konigswellen-Ducatis änderte zwar nichts an der Ventilbetätigung über Kipphebel, aber hier wurden dann schon Shims zur Einstellung der Öffner- und Schließer-Kipphebel verwendet.
Ich habe seinerzeit mit einigen Motorenbauern gesprochen und alle plädierten für Einstellschrauben mit Elefantenfuß im Fulvia-Motor, wie sie z.B. in den klassischen Ferrari und auch von Porsche verwendet werden. Leider sind sie in M7 nur sehr schwer zu beschaffen, Porsche verwendet z.B. M8. Ich habe 8 Stück für einen Rotax-Motor beschaffen können, mehr habe ich nicht bekommen können. Die sind aber für den nächsten Motor bestimmt..
Irgendwie kam mir dann der Gedanke, gewöhnliche Shims zu verwenden, um das wohl unvermeidliche Einschlagen der Einstellschrauben ohne Elefantenfuß in die Ventilschäfte zu vermeiden. Die von mir verbauten Shims sind von Schrick, ich verwende sie auch in meinem Alfa 16V Rennmotor, dessen Ventilbetätigung allerdings über Tassenstößel erfolgt. Ich muß zugeben, es war ein Versuch, der aber bisher einwandfrei funktioniert hat. Alle Shims haben zwar, wie schon geschrieben, messbare Einschlagtiefen von ca. 5/100 mm, haben aber, bis auf das am 1. Auslassventil, gehalten. Vielleicht war ein Verschalter schuld, aber ehrlich gesagt, glaube ich das nicht..
Über die Späne des zerschossenen Shims habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht. Ich hoffe einfach mal, dass die verbaute Magnet-Ablassschraube ihre Arbeit verrichtet..
Wenn jemand eine Bezugsquelle für Einstellschrauben M7 mit Elefantenfuß kennt, darf er das gerne mitteilen..
Gruß, Ali
Re: Hammerwerk..!
Das warum bezog sich darauf wieso die shims den Geist aufgegeben haben. Den Grund für den Versuch war klar. Warum ist mir auch klar. Weil Tassenstössel nicht die Belastung ausüben wie die Punktlast der Einstellschrauben. Deshalb wird das nur mit shims gehen die gehärtet sind. Sonst kannst du darauf warten bis dir das ganze wieder um die Ohren fliegt.
Aber du kannst es probieren und ich warte dann auf den nächsten post von dir.
Manchmal hilft es auch mal auf einen erfahren Konstrukteur zu hören.
Gruß Andreas
Aber du kannst es probieren und ich warte dann auf den nächsten post von dir.
Manchmal hilft es auch mal auf einen erfahren Konstrukteur zu hören.
Gruß Andreas
Re: Hammerwerk..!
Andreas, ich höre liebend gerne auf erfahrene Konstrukteure. Wenn du glaubst, das Shim sei aufgrund mangelnder Härte zerschossen worden, werde ich dem gerne nachgehen und bei Schrick versuchen, entsprechende Infos zu bekommen. Ich versuche halt nur, wie du ja auch schon richtig verstanden hast, günstige Shims für teuer zu wechselnde Ventile zu opfern..
Wenn die Shims nicht gehärtet sind, kann man sie eventuell einfach härten lassen und alles ist gut..?
Gruß, Ali
Wenn die Shims nicht gehärtet sind, kann man sie eventuell einfach härten lassen und alles ist gut..?
Gruß, Ali
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Restaurator
- Posts: 38
- Joined: 16 Dec 2015, 20:53
Re: Hammerwerk..!
Hallo Ali,
Du kannst eine Desmodromik einer Ducati nicht mit einer herkömmlichen Ventilsteuerung vergleichen. Hier werden die Ventile Zwangsgesteuert, also mechanisch geöffnet und geschlossen. Und das ganze bei einem minimalen Ventilspiel. Diese Steuerung wurde in den frühen Jahren des Rennsports von Mercedes entwickelt und eingesetzt.
Der Vorteil bei dieser Steuerung war das hier bei hohen Motordrehzahlen das Ventilflattern entfällt und dem Motor so mehr Leistung und Haltbarkeit abgewonnen werden konnte. Da es aber sehr wartungsaufwendig war ist man wieder davon abgekommen. Wenn bei Ducati die gehärteten Shims eine Dicke von 2 mm unterschreiten müssen die Köpfe demontiert werden und entweder die Ventilsitze neu gemacht oder die Ventilschäfte gekürzt werden. Obwohl die Kipphebel einen Elefantenfuss besitzen.
Ich bin der Meinung das es nur mit einem dickeren Shim zusammen mit einem Elefantenfuss funktionieren kann da die punktuelle Belastung der normalen Einstellschraube viel zu hoch ist. Wie befestigst du die Dinger überhaupt?
Wie sieht es aus mit stärkeren Ventilfedern? Dieses Problem des hämmerns tritt eigentlich nur bei hohen Drehzahlen auf. Sprich Ventilflattern. Das heißt das Ventil hat durch die Trägheit nicht genug Zeit zum schließen. Ist also noch am zufahren, bekommt dann aber vor dem kompletten schließen schon wieder vom Kipphebel einen auf den Deckel weil es wieder dran ist zu öffnen.
Sorry, das sollte keine Lehrstunde in Ventilsteuerung sein. Ich weiss auch nicht was es Motorsporttechnisch für den Fulviamotor alles gibt aber ich würde mich eher für stärkere Federn entscheiden als für den Shimskram.
Gruß
Restaurator
und
Ducatisti
Du kannst eine Desmodromik einer Ducati nicht mit einer herkömmlichen Ventilsteuerung vergleichen. Hier werden die Ventile Zwangsgesteuert, also mechanisch geöffnet und geschlossen. Und das ganze bei einem minimalen Ventilspiel. Diese Steuerung wurde in den frühen Jahren des Rennsports von Mercedes entwickelt und eingesetzt.
Der Vorteil bei dieser Steuerung war das hier bei hohen Motordrehzahlen das Ventilflattern entfällt und dem Motor so mehr Leistung und Haltbarkeit abgewonnen werden konnte. Da es aber sehr wartungsaufwendig war ist man wieder davon abgekommen. Wenn bei Ducati die gehärteten Shims eine Dicke von 2 mm unterschreiten müssen die Köpfe demontiert werden und entweder die Ventilsitze neu gemacht oder die Ventilschäfte gekürzt werden. Obwohl die Kipphebel einen Elefantenfuss besitzen.
Ich bin der Meinung das es nur mit einem dickeren Shim zusammen mit einem Elefantenfuss funktionieren kann da die punktuelle Belastung der normalen Einstellschraube viel zu hoch ist. Wie befestigst du die Dinger überhaupt?
Wie sieht es aus mit stärkeren Ventilfedern? Dieses Problem des hämmerns tritt eigentlich nur bei hohen Drehzahlen auf. Sprich Ventilflattern. Das heißt das Ventil hat durch die Trägheit nicht genug Zeit zum schließen. Ist also noch am zufahren, bekommt dann aber vor dem kompletten schließen schon wieder vom Kipphebel einen auf den Deckel weil es wieder dran ist zu öffnen.
Sorry, das sollte keine Lehrstunde in Ventilsteuerung sein. Ich weiss auch nicht was es Motorsporttechnisch für den Fulviamotor alles gibt aber ich würde mich eher für stärkere Federn entscheiden als für den Shimskram.
Gruß
Restaurator
und
Ducatisti
Re: Hammerwerk..!
Ich habe die desmodromische Ventilsteuerung von Ducati nicht mit der Ventilsteuerung eines Fulvia-Motors verglichen. Das wäre völlig absurd. Ich fahre seit 1985 die alten Königswellen-Ducatis und tue das immer noch. Genauso wie Ducati immer noch an der desmodromischen Steuerung festhält, Aufwand hin oder her. Aber darum geht es hier ja auch gar nicht..
Härtere Federn tragen auch nicht zur Lösung des Problems bei, würden nur den Ventiltrieb unnötig belasten. Ausserdem flattert da ja auch nichts. Es geht hier lediglich um die Schonung der Ventilschäfte durch zwischengelegte Shims, die nicht befestigt werden. Wozu auch.., die können da nicht weg..
Inzwischen habe ich erfahren, dass die Shims von AVL Schrick durchaus gehärtet werden. Näheres weiß ich aber noch nicht..
Gruß, Ali
Härtere Federn tragen auch nicht zur Lösung des Problems bei, würden nur den Ventiltrieb unnötig belasten. Ausserdem flattert da ja auch nichts. Es geht hier lediglich um die Schonung der Ventilschäfte durch zwischengelegte Shims, die nicht befestigt werden. Wozu auch.., die können da nicht weg..
Inzwischen habe ich erfahren, dass die Shims von AVL Schrick durchaus gehärtet werden. Näheres weiß ich aber noch nicht..
Gruß, Ali
Re: Hammerwerk..!
Hallo Ali,
den Ansatz die Ventile zu schützen ist ja gut. Hatten wir uns ja schon mal vor einiger Zeit drüber unterhalten.
Wenn die Shims aus einem geeigneten Werkstoff sind kann man darüber nachdenken sie nachträglich zu härten.
Bei der dünnen " Bodendicke "dürfte es mit Einsatzhärten nicht so gut möglich sein. Die Härtetiefe sollte schon bei rund 1 mm liegen.
Da läufst du Gefahr das die Teile durchgehärtet sind und das sollte nicht sein.
Hängt aber ohnehin vom verwendeten Werkstoff ab. ( Einsatzstahl oder Vergühtungsstahl )
Als Einsatzstahl wäre ein 20 MnCr5 geeignet. Alternative wäre ein 100Cr6 zum Vergüten.
Die Oberflächenhärte sollte mindestens bei >60 HRC liegen
Gruß
den Ansatz die Ventile zu schützen ist ja gut. Hatten wir uns ja schon mal vor einiger Zeit drüber unterhalten.
Wenn die Shims aus einem geeigneten Werkstoff sind kann man darüber nachdenken sie nachträglich zu härten.
Bei der dünnen " Bodendicke "dürfte es mit Einsatzhärten nicht so gut möglich sein. Die Härtetiefe sollte schon bei rund 1 mm liegen.
Da läufst du Gefahr das die Teile durchgehärtet sind und das sollte nicht sein.
Hängt aber ohnehin vom verwendeten Werkstoff ab. ( Einsatzstahl oder Vergühtungsstahl )
Als Einsatzstahl wäre ein 20 MnCr5 geeignet. Alternative wäre ein 100Cr6 zum Vergüten.
Die Oberflächenhärte sollte mindestens bei >60 HRC liegen
Gruß
Re: Hammerwerk..!
Die Shims gibt es ja bis 3,5 mm Dicke. Ich hab 1,0 mm gewählt, um das Gewicht so niedrig wie möglich zu halten. Es ist ja durchaus Platz vorhanden um stärkere Shims zu unterlegen. Ich habe den zusändigen Menschen in der Technik-Abteilung von AVL Schrick bisher nicht erreicht, um Näheres zu erfahren.
Danke für die Daten, Andreas
Gruß, Ali
Danke für die Daten, Andreas
Gruß, Ali
Re: Hammerwerk..!
Zur Info: Das Material der Ventilshims ist 42CrMo4, Härtegrad 52 HRC. Bei Schrick riet man mir, die Shims zusätzlich zu nitrieren, womit aber auch nur eine zusätzliche Oberflächenhärte erreicht würde..
Ich werde das aber wohl einmal in Angriff nehmen..
Gruß, Ali
Ich werde das aber wohl einmal in Angriff nehmen..
Gruß, Ali