Hallo Feudel!
Das klingt gar nicht gut.
Zunächst aber mal ein kurzer Hinweis: Im Kühlwasser ist als Frostschutzmittel Glysantin oder etwas ähnliches drin. Durch das Zeug wird das Kühlwasser schweinchenrosa, richtig rot, grün, blau ... was auch immer für einen Farbstoff der Hersteller verwendet. Dieser Farbstoff soll durstige Mechaniker davor schützen aus Versehen mit Glysantin angerührtes Kühlwasser zu trinken. Kein Witz! Das Zeug ist eigentlich farblos und saugiftig (schwere Leberschäden), schmeckt aber süß wie Limonade. Aus dem gleichen Grund haben Putzmittel so lustige Farben. Damit man es nicht verwechselt! (Offensichtlich hat kein Mensch hat an Fruchtsaft und Limonade gedacht.) Außerdem klebt das Zeug ekelhaft und fühlt sich ölig an. Das muss so sein denn im Kühlkreislauf sind Teile, die geschmiert werden müssen, die aber logischerweise nicht mit Öl geschmiert werden können. Sollte die Brühe also Braun sein, kann die Lösung ganz einfach sein: Ein Vorbesitzer hat grünes Zeugs verwendet (Glysantin von BOSCH) und einer rotes Zeugs (z.B. von Shell das ist rosa) ergibt ... Braun - Richtig!
Da du aber sagst dass Kühlwasser aus dem Überdruckventil gedrückt wurde, scheint mir der Motor zu heiß geworden zu sein? Denn sonst kommt da nix raus! Vorn am Kühler gibt es einen Sensor (beim 3.0 rechts oben), der die Wassertemperatur misst und bei Bedarf den Kühllüfter ein- und ausschaltet. Wenn dieser Sensor (ca. 50 Euro) kaputt ist schaltet der Lüfter nicht ein und dein Motor wird zu heiß, kocht über und aus dem Überdruckventil kommt diese ziemlich ecklige Brühe heraus. ACHTUNG: Wenn der Sensor nur eine kleine Macke hat, kann er auch nur in die erste "Lüfterstufe" schalten (beim Kappa gibt es aber ZWEI! Pusten und sehr Pusten). Wird nur in die Eins geschaltet wird der Motor zu heiß ... kocht über und ... . Je nach alter der Kühlflüssigkeit ist neben dem Farbstoff auch Eisenrost (der Motorblock ist aus Gusseisen) im Kühlwassergelöst; auch das erklärt die braune Farbe. - Mal prüfen und Kühlflüssigkeit wechseln. Bleibt die klar und das Auto kocht nicht wieder, wars wohl dieser Sensor.
Sensor geht (oder neuer Sensor) aber gleiches Problem?
Überprüf mal ob sich der Lüfter leicht von Hand drehen läßt. UNBEDINGT VORHER DIE BATTERIE ABKLEMMEN UND MOTOR AUSSCHALTEN!!!!! DAS LÜFTERRAD KANNSONST JEDERZEIT STARTEN UND DIE FINGER SIND AB!!!! Geht das zu schwer, weil es irgendwo schleift oder das Lager im kaputt ist, kommt der Lüfter nicht auf Touren und der Motor wird zu heiß und kocht und alles kommt aus dem Überdruckventil.
Wars' das? Nein.
Dann bitte mal die Kühlwasserpumpe prüfen lassen. Es kann sein dass die defekt ist und durch ein kaputtes Lager Öl ins Kühlwasser kommt oder die Pumpe zu wenig fördert dann wird der Motor zu heiß und ... .
Auch nicht?
Wenn ich das richtig verstehe ist der Zylinderkopf schon geprüft (oder meint der "Meister" nur "Das gibt es nicht") und die Dichtung wurde bei der Gelegenheit auch gleich gewechselt. Hast Du das Kühlwasser schon mal komplett getauscht? (Alles raus, neu befüllen - fahren (Spülen), und nochmal alles raus und neu befüllen). - Das neue Wasser bleibt klar? - Alles i.O.? - Es war die Dichtung - Gute Fahrt.
Nein?
Zylinderkopf bitte nochmal richtig prüfen! - Am besten unter Schwarzlicht mit Kontrastfarbe oder per Ultraschall (Kann nicht der Schrauber an der Ecke! Und die meisten Werkstätten auch nicht!). Am besten direkt zu einem Motorinstandsetzer gehen (
http://www.vmi-ev.de/spezialisten.php) und dort machen lassen. - Sollte der Kopf einen Haarriss haben bitte nicht einfach nur den Kopf tauschen. Der reißt nicht oder zumindest äußerst selten ohne Grund. Und reine Materialfehler sind sehr sehr selten, zumal es sich um ein recht massives Bauteil handelt.
Bitte auch die Einspritzdüsen prüfen, wenn eine nicht richtig funktioniert ist das Gemisch zu evtl. "fett" und es wird zu heiß im Zylinder bzw. wird der Druck zu hoch und der neue Kopf reißt dann wieder in kurzer Zeit. Ähnliches gilt wenn die Ventile nicht richtig funktionieren (Ventilsitz undicht/Schaftdichtung undicht/Ventilschaft nicht geschmiert), auch dann geht der neue Kopf schnell kaputt weil der Gasaustausch nicht so passiert wie er soll. Auch dadurch kann es im Zylinder zu heiß werden (das frische Gemisch kühlt beim Einströmen).
Ebenso könnte ein verstellter Zündzeitpunkt die eigentliche Ursache sein. Ist der zu früh, wird der Kopf extrem belastet, da unter Umständen zu früh gezündet wird, wenn der Kolben noch nach oben geht. Dann "begegnen" sich Kolben und Druckwelle der Explosion = extreme Belastung für den Kopf. Da der Zündzeitpunkt heute elektronisch gesetzt wird, könnte ein defekter OT-Sensor schuld daran sein (z.B. weil er Aussetzer hat und dann "wettet" wann der Kolben oben ist, es aber eben nicht genau trifft).
Auch nicht?
Dann mal die Zylinderwände auf Risse untersuchen lassen (Motoreninstandsetzer). Auch die unterliegen extremen Belastungen, sind aber nicht annähernd so massiv wie das viele annehmen. Der Zylinderkopf z.B. ist wesentlich massiver gebaut. Die Abgase drücken durch den feinen Riss ins Kühlwasser und das "verölt" nach und nach. Dann hilft allerdings nur ein Austausch des Motorblocks. Es muß auch dann nicht zwingend ein AT-Motor sein - ist aber meist wirtschaftlich sinnvoller. Ein Motoraufbau ist reine Handarbeit - also teuer.
Ich hoffe ich habe Dir jetzt nicht alle Hoffnung genommen. Vielleicht ein letzter Tip: Sollten wirklich der Zylinderkopf, die Dichtung oder der Zylinder selbst Risse haben, dann würde nicht nur Öl (eigentlich Abgase) ins Kühlwasser gedrückt werden, sondern es würde durch diesen Riss vor allem Wasser in den Zylinder angesaugt werden. Die Folge wäre, das nach der üblichen Warmlaufphase des Motors immer noch weiße Wolken aus dem Auspuff kommen würden. Das wäre dann das eingedrungene und "verbrannte" Wasser aus dem undichten Zylinder. Sieht man im Sommer aber leider schlecht.
Also ich hoffe es hilft bei der Ursachenforschung.
Viele Grüße
Axel - 3.0 SW