"Lancia stirbt seit der Fiat-Übernahme einen sehr langsamen Tod"
....ja gut also soweit in der Vergangenheit kramen, ich verstehe zwar was du meinst, aber dann kann man auch gleich zum Tod V.Lancias zurückgegehen,
und sagen seit damals schon gings eher bergab. Der technische Firlefanz und die Designvielfalt war toll aber nie wirtschaftlich !
Wir leben halt auch nicht mehr in den 50er oder 60er Jahren,wo die Automobilhersteller fast noch...Manufakturen waren und heute eben global auf der ganzen
Welt agieren.
Insofern hat FIAT auch Verbesserungen gebracht. Geschah mit Delta Prisma Dedra Thema nicht eine Neuaufstellung ? Sahen die 80er damit nicht besser aus
als die Mitte 70er ?
Ist der Thema 834 nicht auch ein Croma Derivat ? und trotzdem eine sehr erfolgreicher Lancia ? Im Gegensatz zu heute so unerreicht,daß
einem die Tränen kommen. Also mir hat das FIAT Regal überhaupt nichts ausgemacht.Ganz im Gegenteil empfand ich es sehr gut, auf Grosserientechnik
zurückgreifen zu können. Natürlich hätte man im Laufe der Geschichte einige Dinge weiterentwickeln können: wieso gab es eigentlich keine V4 oder V6 Motoren
mehr,dafür war Lancia Vorreiter. Manchmal sterben gute Ideen in der Industrie aus, muss man zugeben.
Soweit habe ich mich mit dem Lancia Thema Chrysler anfangs schwergetan,andererseits wann hatte Lancia seit Jahrzehnten ein besseres Auto zu bieten ?
Aber hätte Lancia heute oder in den letzten 20 Jahren eine bessere (Überlebens-) Chance gehabt, wenn es die Firmenpolitik der 60er gehabt hätte ?
Ich glaube nicht. Dann wäre Lancia sowas wie früher Jaguar. Elitär, teuer,unwirtschaftlich. Der Anspruch mit der Modellpolitik auch in den kleinen Klassen ein
höherwertigeres Produkt zu liefern als das jeweilige Massenprodukt Mamma FIAT, war durchaus realitätsnah,also der Slogan "Italienischer Mercedes",
auch in den kleineren Klassen. Das dort auch genug Potential vorhanden ist und Kunden durchaus auch ihren Kompaktwagen teuer ausstaffieren wollen,
hat sich seit den 80ern und 90ern doch noch verstärkt.
Doch große Fehler waren
-Ab 90er Jahre durch Verschärfung der Emmissionsklassen brachte ständiges Hinterherhinken im Bereich Steuereinstufung und wenig Bereitschaft,darauf
kundenfreundlich zu agieren,wie auch allgemein Service sehr unausgewogen war.
-Schlechtes Händlernetz und immer wieder wechselnde Politik gegenüber den Händlern sodaß nie echte Loyalität erreicht wurde.
-Wichtigkeit des Trends der Firmenfahrzeugpolitik ab Mittelklasse aufwärts verschlafen
Was ich bei Lancia toll fand und finde (und was teilweise schlichtweg verpennt wurde weiterzuentwickeln) :
-Design und Materialanmutung Innenraum.
-Ausgeklügelte Raumkonzepte. (schon bei alten Lancia wie Appia, heutzutage zulezt Delta3)
-Tolles Fahrverhalten gepaart mit gutem Komfort sowie Allradantrieb
Was ich bei FIAT Chef nicht verstehe, da will man eine Premium Marke etablieren weil im B und C Segment Punto und Golf Klasse zu wenig Geld zu machen
sei....! und dann sucht man Alfa Romeo als Premium aus, obwohl Lancia die Premium Marke schlechthin war !!!
Als wär ich ein Koch, der ein Premium Menü erstellen soll und lasse die Garnelen weg und nehm die Sardellen....
Gerade das FIAT Argument,unterhalb der Mittelklasse wäre nichts zu holen in Europa, also wenn sie es dann mit Lancia nicht hinkriegen, seriöse Fahzeuge
zu verkaufen,dann klappts mit Alfa auch nicht. Oder die bauen eben nur irgendwelche Riesensportwagen,keine Ahnung soll das Porsche Konkurrenz machen ?
Gerade in der Golf Klasse, die sogenannte "Wolfsmilchsau", hätte man doch alle Möglichkeiten aus dem Baukasten:
kleiner SUV, Delta Nachfolger,schickes Cabrio oder Coupe,1,4 bis 1,8 Liter Motoren, fehlt nur ein schickes Blechkleid.
Die Kosten würden sich wie beim Delta3 in Grenzen halten.