Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

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mogli
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Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by mogli » 10 May 2009, 03:19

Hallo an Alle,
Nun, ich habe heute mal so ziemlich alle Deltas mal ausprobiert...und das darf und kann ich Euch nicht vorenthalten.
Welche Modelle: natürlich waren es nur Oros und Platinos...Einer davon sogar mit Ledersitzen - Armaturenbretter alle "nur" in Benova. Leider keiner mit NAVI - die Standardinstrumentierung der Mittelkonsole ist OK, aber hier könnte man noch ein bissel aufwerten. Da muß ich mir doch wirklich mal die Ausführungen mit den NAVIS ansehen...
Einsteigen geht super, auch besonders Hinten. Gurtschloß vorne ist ein bissel knapp neben der Handbremskonsole.
Und diese, na sagen wir mal so, könnte auch noch ein wenig Aufwertung bei der Oberfläche vertragen, Aber es
fällt nicht sonderlich auf - passt jedoch nicht so ganz zum sonstigen hochwertigen Ambiente. Das Lenkrad liegt gut
in der Hand, die Schaltwege sind gut und das Getriebe(alle 6 Gang manuell) macht einen hochwertigen präzisen Eindruck.
Die Alcantara-Leder Sitze sind mir irgendwie symphatischer, da die in Kurven doch mehr Seitenhalt bieten, als die
Reinledersitze. Gewöhnungsbedürftig sind die breite B-Säule und die Aussicht nach hinten - wobei ich mir die Sicht nach Hinten viel schlimmer vorgestellt habe, als es tatsächlich ist. Trotzdem: Rückfahrsensoren sind sicher ein sinnvolles Feature - vor allem "bis" man sich an ihm gewöhnt hat. Alle hatten serienmäßig die Dualzone Climatronic drin - deren Bedienung gefällt mir sehr gut. Etwas träge in der Bedienung ist das Radio - da sollte man sehr wohl dessen Bedienung am Lenkrad mit einkalkulieren. In Österreich ist auch neben der Klimatronic (ab Oro) der Knieairbag serienmäßig. Ich konnte keine schwammige Lenkung ausmachen - jedoch bei den 16 Zoll Felgen wirkt diese scheinbar so - da ist man mit den 17 Zöllern besser bedient - noch besser sind die 18er - da wirkt das Auto noch präziser. Vom Fahrwerk war ich (trotz meiner Bedenken wegen der Crosslink Hinterachse) sehr angenehm überrascht.
Natürlich: das Fahrwerk eines 159ers wäre auch toll - und ich machte den verantwortlichen Herren sehr wohl klar, daß man zumindest in der Optionsliste für die stärkeren Modelle sowohl ein Sportfahrwerk, als auch Sportsitze zumindest anbieten sollte. Jedoch : Komfort bis in die Grenzbereiche - da wäre es toll gewesen auch die elektronische Dämmpferregelung auszuprobieren - nur die gibt es definitiv noch nicht. Diese Dämpfer-Regelung möchte ich jedoch jedem Deltakäufer wärmstens empfehlen, laut Prospekt (CH) soll die wirklich was ganz Feines sein.
Optimal für Normalfahrer wahrscheinlich mit den 17 Zöllern. Wer wirklich mehr sportlich unterwegs ist und höhere Kurvengeschwindigkeiten liebt - > 18 Zöller. Jedoch nicht unbequem, die großen Räder, aber im direkten Vergleich mit den 16ern deutlich präziser, vor Allem im Feingefühl und kleinen Lenkbewegungen. Der Komfort ist wirklich nur um feine Nuancen anders. Die komfortable Fahrwerksauslegung wirkt mit den 18ern für mich ideal. Ich liebe nun mal Komfort, aber auch Präzision - und die kommt dann so richtig zur Geltung. Glasdach & Einparkhilfe: Features, auf die ich gerne verzichten kann. Bremsen: bei den Großen (ab 165PS) ein Kapitel für sich - ein dickes Lob. Die kleineren Bremsen: auch präzise, aber doch etwas schwächer, aber immer noch sehr gut.
Verhalten der Assistenzsysteme in Notsituationen (nasse Straße, zu hohe Kurvengeschwindigkeit, Vollbremsung) - beachtlich, wie präzise die eingreifen - äußerst gutmütig - ohne zu viel oder zu wenig. Im Vergleich zu einem aktuellen Honda Civic mindestens um 2 Klassen besser - greifen erst später ein (eher sportlicher orientiert) - dosieren besser und schneller. Im Civic wird man in solchen Situationen sofort fahrtechnisch entmündigt - was schon mal zur Optik des Autos nicht passt - und die setzen dort so rigoros unbarmherzig ein, daß man einen Haß auf die Elektronik bekommt. Das Lancia System zeigt hier seine wahre Stärken.
Bodenwellen: werden gut geschluckt - kurze harte Unebenheiten kommen jedoch auf der Hinterachse stärker durch, als vorne - das ist aber bei fast allen Autos so.
Ich möchte hier jedenfalls vermerken, daß ich keinen der Deltas beim Fahren irgendwie geschont habe, Und es ist auch schön, daß das ESP es zuläßt, daß in schnellen Kurven die Reifen quietschen dürfen. Wenns mal soweit ist, daß es eingreift, dann warst Du wirklich zu schnell - man merkt es zwar ein wenig, aber nie so massiv, wie bei einem Opel,VW oder Civic. Diese Eigenschaft wurde bei den Tests der Journalisten fast immer unter den Tisch gekehrt - nämlich, daß der Delta für den Normalfahrer und etwas sportlicheren Fahrer gerade in kritischen Situationen viel Sicherheit anbietet, die im Vergleich mit anderen Marken wirklich rar ist. Um es nicht falsch zu verstehen: er verzeiht viele Dinge, aber die Physik kann auch er nicht betrügen. Es erscheint mir aber so, daß der Grenzbereich nicht plötzlich kommt - wo gar nix mehr geht, sondern einen breiteren Spielraum hat, mit dem man gut Leben kann.
Motoren:
der 120PS Benziner war leider nicht im Test.
150 PS Benziner: fährt sich sehr sportlich, hat "oben" unaufdringliches kerniges Geräusch und ist geringfügig leiser.
Jedoch - die alte Lancia Charakteristik (HPE 2000ie), daß oberhalb von 4500 U/min nochmals die Post abgeht, die
vermisse ich hier ein wenig. In diesen Regionen macht der HPE anno 84 doch mehr Spaß. Aber der Antritt von
Unten weg ist bemerkenswert gut. Kaum zu glauben, daß man hier auf einem 1.4l Triebwerk sitzt. Macht jedoch neugierig auf die neuen Multiair Versionen, die schon im Herbst lieferbar sein sollen.

120PS Diesel (1.6er) : Wer mit Dieselaggregaten gerne fährt, der wird davon begeistert sein. Bitte nicht von den
etwas schwächeren technischen Daten täuschen lassen - der Motor ist Weltklasse und hat mich so positiv überrascht, wie kein anderer Diesel zuvor. Natürlich ist er bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr sooo agil, wie die beiden stärkeren Dieselbrüder - aber er hat es in sich - und ist der leiseste Diesel im Delta (Zumindest bis 100 km/h).
Wer also nicht dauernd Autobahnhetzjagden benötigt und mehr in der Stadt und Überland unterwegs ist, aber trotzdem auch schnelle Überholmanöver auf der Landstraße nicht missen möchte - dürfte hiermit optimal bedient sein - wenn der Verbrauch real hält, was versprochen wird. ansonsten ->>>>

->>>165PS Diesel (2.0) - laut Aussagen von Lancia - vom 1.6er abgeleitet - war auch dieses Triebwerk ein Erlebnis.
Jedoch - wenn man die Pferde losläßt, merkt man den Unterschied schon deutlich im plötzlichen Antritt. Das sieht man aber im Wesentlichen mehr am Tacho - wahrscheinlich das ausgewogenste Dieseltriebwerk - wenn man Fahrleistung, Verbrauch, laufende Kosten und Servicekosten etwas mehr in Betracht zieht. Und im Vergleich zum Biturbo sicher Budgetschonender. Bis 120 km/h konnte ich nicht wirklich einen Unterschied zum Biturbo ausmachen - man bestätigte mir aber, daß man das auf der Autobahn bei höheren Geschwindigkeiten anders empfindet. Damit ist auch klar, daß der Biturbo wohl eher die Käufer finden wird, die recht häufig lange Strecken auf Autobahnen unterwegs sind und da noch die eine oder andere Steigung zu überwinden haben. Möglicherweise wird auch die Lebensdauer des 2.0 Mjet - etwas über der des 1.9er Biturbo liegen, aber das ist eine reine Vermutung. Klar ist: einfacherer Motor, nur ein Lader, mehr Platz im Motorraum beim Service- trotzdem satte Leistung - und vielleicht sogar um eine Nuance leiser.

190PS Twinturbo: der 25PS Leistungssprung ist zwar spürbar - aber hier birgt die Gefahr, daß man den Tacho nicht beachtet - man ist oft schneller, als man glaubt. Also sind sicher ein paar Strafmandate einzuplanen.
Dieser wird aber sicher noch ein bissel mehr in vielen Belangen kosten - wenn Kosten also nix ausmachen - und MANN sich sonst nix gönnt - dann DIESER und zwar serienmäßig mit den 18 Zöllern und dem adaptiven elektronischen Fahrwerk - jedoch sollte man dann aber auch für diverse schnelle Nachtfahrten auf der Autobahn absolut nicht auf das Xenonlicht verzichten. Wenn man es bei Lancia später schafft, daß das adaptive Fahrwerk mit dem Driving Advisor zusammenspielt - dann hat dieser "Gegenlenker" für die Fahrer, die oft sehr lange Unterwegs sind, sicher auch seinen Sinn, genauso, wie die Navi, Poltrona Frau Leder und das Bose. Schließlich verbringt man dann auch einen gewissen Teil seines Lebens im Auto, da kann Wohnzimmeratmosphäre ruhig dabei sein.

200PS Benziner: leider auch kein Testwagen da - wäre toll gewesen - vor allem auch in der (gezwungenen) Verbindung mit der Automatik. Wahrscheinlich die ruhigste Variante im Geräuschpegel, der dank Automatik auch in der Stadt und im Stau viele Vorteile hat und somit Understatement beweist. Wird auch ein gewisses Maß an Suchtfaktor beim Beschleunigen erzeugen - und so manche Limos und Kombis der Deutschen Marken überraschend hinter sich lassen.
Ähnlich, wie es ein Dedra Turbo oder Delta Integrale mit 170-180 PS oftmals geschafft haben. Aber mit eleganterem Auftritt. Kein Sportwagen - der aber so manchen Sportwagen (MX5, Alfa GT, Celica, Scirocco, Toy-MR2) alt aussehen lassen wird.

Was dem Delta in mathematischer Sicht (man will ja das Delta gegenüber anderen Herstellern hervorheben) unwürdig ist: daß die hintere Sitzbank nicht umklappbar ist - mögen Viele jetzt meinen: das geht doch nicht, wegen der Verschiebefunktion - dann muss ich sagen : NEIN - es geht doch - und ich habe auch schon eine Idee, wie man sowas einfach lösen kann.


Alfa Mito mit 155 PS Benziner - gefahren in der "Dynamikstellung" - nun - ein unglaublicher Antritt - ein sehr agiles Fahrwerk, wenig Seitenneigung in den Kurven, Sitze die viel Seitenhalt bieten - und leider eine Mittelkonsole im Billigplastiklook.
Ein richtiges Funcar, das viel Spaß macht, dessen Bremsen auch super sind. Eine einzige stärkere Bodenwelle jedoch - die dem Delta gerade mal ein kleines Hicks entlockt hat - haben dem Mito auf der gleichen Stelle mit der gleichen Geschwindigkeit aus dem Gleichgewicht gebracht: Er verlor mit dem betroffenen Rad den Bodenkontakt ( Dank straffem Fahrwerk) - und das kurz vor der Kurve, wo sowas weniger brauchbar ist - Es brauchte Mühe, die kleine ungezogene Rübe wieder auf Kurs zu bringen - 20km/h schneller über die Bodenwelle - und ich wäre hemmungslos in die Botanik ausgeritten - ein Erlebnis, wo einem mulmig um die Magengegend wird. Man darf sich von dem angeblich soooo guten Fahrwerk nicht täuschen lassen - der Wagen ist leichter und er hebt dann einfach ab, wenn Du ne Welle zu schnell nimmst. Das passiert einem im Delta sicher nicht so schnell und überraschend. Deswegen wird es ziemlich sicher auch einige Leute mit dem Mito massiv aus der Bahn werfen - weil man sich in falscher Sicherheit wiegt, daß der Wagen gut liegt - aber daß er plötzlich abhebt bzw. zum hoppeln beginnt - damit wird wohl Keiner rechnen, vor Allem
nicht junge Klientel, die noch relativ wenig Fahrpraxis haben, von Natur aus risikofreudiger sind - und oft sehr schnell unterwegs sind. Ich hatte damals gottseidank den Delta 1 GT - der schon dank seiner 165/65er Pneus gar nicht so schnelle Kurven zuließ - und es noch keine elektron. Helferleins gab, auf die man sich verlassen konnte.
Der Grenzbereich kann also beim Mito durch höhere Geschwindigkeiten ( er verleitet dazu) und einer Bodenwelle
sehr rasch am Ende sein - und dann ist Schluss mit Lustig. Wenn ich da an den kommenden Mito GTA mit 240 PS
denke, wird mir noch mulmiger. Der wird zwar auch hinten Einzelradaufhängung haben, aber der kurze Radstand, mit dem geringeren Gewicht bleiben.

Ich werde noch auf Multijet 2 und Mulitiair warten - vielleicht mischt das die Karten komplett neu auf.
Jedenfalls sind die Tjet schon jetzt ziemlich nahe beim Multijet - was die Leistungsentfaltung betrifft.
Übrigens bin ich alle Modelle mehrmals gefahren - damit ich immer wieder speziell vergleichen konnte -
die Mjets untereinander, dann Benziner zu den Mjets, usw. - immerhin 3 Stunden Rundkurs und 30 min Plaudereien.

Grüße
Günter

rainer
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by rainer » 10 May 2009, 07:34

Ist denn der Mito in der gleichen Klasse angesiedelt wie der Delta, für mich ist der Mito ein Kleinwagen, oder?
Viva Lancia
Rainer Thesis- u. Ypsilonfan

Dean
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by Dean » 10 May 2009, 07:58

Hallo Günter

Schön dass Du die Auto's mal "ausprobiert" hast.

Das mit dem Delta-Fahrwerk..., obwohl "einfach" gebaut..., für meine Bedürfnisse wirklich stark.
Ich hatte es ja schon mehrmals angedeutet..., und glaub mir Günter, bist Du mal im Besitz eines solchen Fahrzeugs und fährst es dann 'ne Weile, wird's immer besser. Wie auch schon Ravennese feststellte, macht's auch Spass den Delta zu bewegen, da die Vorderachse nicht wirklich "schwer" daherkommt (gefühlsmässig betrachtet).

Man kann das Auto wirklich flink und auch sehr schnell in den Kurven bewegen. Ich behaupte auch schnell genug, dass man einigen Klassikern auf der Pelle sitzen kann. Ist meiner Auffassung nach eine Sache, an der man sich nach einiger Zeit auch immer mehr gewöhnt und mit der Zeit auch mehr zumutet. Von der Sicherheit her, wie Du sehr schön beschreibst, immer mit einer gehörigen Portion Reserve. Also rein vom Sicherheitsaspekt betrachtet ein Super-Auto.

Zum 1400-er..., ich werde nächste Woche die Möglichkeit haben den "grossen" Turbo zu fahren, bin mir aber jetzt schon sicher, dass für meine Bedürfnisse der kleine genügt, auch weil er jetzt wie bei meinem, nach gut 30'000km, wirklich ganz anders zu fahren ist als am Anfang.

Ich habe meinen Garagisten nach dem Service gefragt, ob er denn mein Auto "versehentlich" gechipt hat, das Ding geht zur Zeit wie die Sau. Und ist zu allem noch sehr sparsam.

Zum Leistungsspektrum..., der Motor hat bewusst dieses im Bereich von 1500-5500 Umdrehungen, was aber sicherlich auch der Standfestigkeit entgegenkommen wird. Mir persönlich ist's lieber, er dreht unten heraus deftiger als oben heraus.
Denn nach 5000 Touren geht's eher im Bereich "warme Luft".
Getriebeübersetzung ist eigentlich auch Ideal, nur dürfte der Schaltknüppel selber etwas liebevoller gestaltet sein (hätte nicht wirklich eckig sein müssen).

Zum MiTo-Fahrwerk, sicherlich nicht schlecht, aber für meine Bedürfnisse in Verbindung mit den grössen Rädern, einfach viel zu "nervös". Mein Delta hat ja die grossen Räder und ist auch noch tiefer..., und dementsprechend auch noch KOMFORTABLER als der MiTo.
Aber das sind persönliche Vorlieben, die jeder von uns selber entscheiden und erfahren muss..

Ich kann meinerseits aber nur sagen, wer ein Auto will, dass von der Ausstattung und von der Fahrfreude her seinesgleichen sucht (in der selben Preiskategorie), nicht am Delta vorbeikommt.

Und vom Auffall-Faktor..., tja, es gibt in seiner Klasse nicht wirklich was schöneres.

Danke für den sich gut erklärenden Bericht.

Schönen Sonntag

Dean

Mik75
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by Mik75 » 10 May 2009, 19:25

Hallo Dean,

ich habe meinen Delta T-Jet 150 PS jetzt seit 3 1/2 Monaten und bin schon um die 4.300 km gefahren.
Kannst Du mir einen Tipp geben ab wann ich den Motor ein bißchen mehr beanspruchen kann. Ich muß zugeben das ich den Wagen schon einige Male auf 170/180 km/h gebracht habe und hatte danach immer ein schlechtes Gewissen, da neue Motoren am Anfang eher geschont werden sollten. Auch habe ich das Gefühl das mein Motor noch ziemlich angebunden ist, es ging schon so weit das ich anhand des Motorencodes überprüft habe ob ich wirklich den 150 PS Motor drin habe oder versehentlich doch ein 120 PS Motor eingebaut wurde. :)


Grüße, Michele

rainer
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by rainer » 10 May 2009, 19:44

Also ich habe das immer so gehalten, dass ich nach 1.000 km langsam gesteigert habe. Nicht überdrehen aber troztdem volle Leistung abverlangen. Denn die Motoren gehen entweder in der Garantie kaputt oder sie sind o.k.
Zu viel Schonung ist auch nicht gut, dann wird er Motor zur lahmen Ente.
Trotz Leistungsabfrage ist mir noch nie ein Motor kaputt gegangen. Allerdings warte ich auch heute bei eingefahrenen Motoren erst mal die Warmlaufphase ab.
Dies ist meine persönliche Meinung, andere mögen schonender einfahren. Aber man hat mir gesagt Einfahren wäre heute nicht mehr notwendig.
Viva Lancia
Rainer Thesis- u. Ypsilonfan

lanciadelta64
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by lanciadelta64 » 10 May 2009, 20:09

Es gibt bei den neuen Motoren eigentlich keine genaue Einfahrvorschrift (mit Ausnahme des neuen 1,8 Turbojet, so zumindest im italienischen Handbuch). Somit sind die Motoren theoretisch sofort "vollgasfest". Aber da man ja auch Reifen und Bremsklötze schonend einfahren muss, ergibt schon allein daraus eine allgemeine Einfahrzeit von mindestens 500 bis 1.000 Km.

Der Rest ist auch eine Frage des persönlichen Gefühls. Will man sein Auto einfahren, gibt es eine "alte" Grundregel, nämlich maximal 60% der maximalen Leistung zu nutzen. Beispiel: Dreht der Motor 5.500 Touren bei Vollgas, sollte man nicht über 3.500 Touren einen Gang ziehen und dabei möglichst nicht konstant fahren, sondern oft die Geschwindigkeit variieren, öfters schalten. Die Leistung dann gradual mit der Zeit zu steigern, ist mit Sicherheit keine verkehrte Methode...

mogli
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by mogli » 10 May 2009, 20:10

Nein der Mito spielt in der Grandepuntoklasse.
Der Delta ist mom am ehesten mit dem 159er vergleichbar, was die Größe betrifft.

lanciadelta64
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by lanciadelta64 » 10 May 2009, 20:17

Mit 4.000 Km kannst du den Motor ohne Probleme ziehen. Moderne Motoren brauchen theoretisch keine Einfahrzeit, aber prinzipiell würde ich einem Auto eine "Schonfrist" von 1.000 Km geben, schon allein wegen der Bremsen und der Reifen, die man schonend einfahren muss.

Mein Punto beispielsweise fing an so richtig zu ziehen, als die 30.000 Km weit überschritten wurde. Der ist wie ein guter Rotwein, der mit dem Alter immer besser läuft. Ich schätze einmal, dass du minstens 10.000 Km warten musst, bis der Motor sich einigermaßen freigefahren hat, um dann so bei 20.000 bis 30.000 Km richtig durchatmen wird. Das ist so in etwa die Erfahrungen, die ich mit allen Fahrzeugen, die einen FIAT-Motor einbauten.

Allerdings solltest du auch bedenken, dass dieser T-Jet kein Turbo alter Schule ist, also nicht unbedingt das Gefühl "explosionsartiger" Leistungssteigerung gibt. Der T-Jet, besonders im Delta, der ja auch noch gut isoliert wurde, somit auch noch sehr leise agiert, ist ein linearer Motor, der schon oberhalb des Standgases gleichmäßig bis an seine Leistungsgrenze zieht.

Ich hatte beispielsweise beim Twin Turbo Diesel mit seinen 190 PS mein Aha-Erlebnis. Ich dachte mir auch, wo ist der zweite Turbo, bis ich auf den Tacho schaute sofort in die Bremse ging, denn 110 Km/h in einer 50er-Zone ist nicht unbedingt empfehlenswert, auch nicht in Italien. D.h. das Gefühl der Leistung kann durchaus täuschen.

Saluti

Bernardo

mogli
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by mogli » 10 May 2009, 20:28

Was ich auch immer wieder höre - sogar von den Händlern:
erst mal warmlaufen lassen, nach längeren Fahrten, oder wenn der Motor noch heiß ist, nicht sofort abstellen.
Das mögen die Turbolader nicht. Und wenn so ein Ding mal kaputt geht, dann kostet das auch gleich 1500-2000€.
Ich muss auch meinen alten Dedra, wenn er von den vielen Stadtfahrten etwas müder ist, mal langsam auf der Autobahn auf Touren bringen. Voll ausdrehen in einem solchen Zustand, wenn er noch verhalten ist, bringt nix - ausser hohen Verschleiß. Aber nach 300-400 km schnellerer Autobahnfahrt merkt man es eh, wenn er sich löst.
Im Sommer lasse ich ihn ca 4-5 min im Stand laufen, wenn er heiß ist. In der Übergangszeit reichen auch 2-3 min,
Im Winter dürfte es mit 1-2 min getan sein. Beim Dedra höre ich es speziell im Sommer manchmal sehr gut, wenn der
Turbo nach dem Abschalten noch ein bissel nachläuft - und das kann als gutes Zeichen gewertet werden.
Da ich einen Turboschaden so nach 7000km hatte , nachdem ich in übernommen hatte (bei ca 86.000km) - bin ich
vorsichtig geworden. Angekündigt hatte sich das aber schon so ab 45.000km, da der Wagen seit seinem ersten Tag in unserem Familienbesitz war - es war ein singendes Pfeifen, daß beim Beschleunigen immer lauter wurde.
Seither ist nix mehr passiert und er hat jetzt 281.000 km drauf. Ist mir übrigens im Jänner damals passiert, keine 10km
von zu Hause - hab noch versucht, einen Kilometer weiter zu fahren, aber das war unmöglich und er hat geraucht, wie ein alter Schornstein.
Delta.....
Jedenfalls kann ich mir nix anderes mehr vorstellen nach den Testfahrten, wie den neuen Delta.
Bei den Motoren bin ich mir noch nicht schlüssig - entweder wirds eine Preisfrage - oder ich erhasche so einen
Vorführwagen, der alle Extras hat, die mir gefallen. Jedenfalls schwanke ich zwischen 150 PS Benzin und 165PS Dieselversion.
Grüße
Günter

Walter
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Re: Lancia Delta (+Alfa Mito) Testfahrt in Teesdorf

Post by Walter » 10 May 2009, 20:32

Ich mache es bei neuen Autos auch so. Sie bekommen eine Schonfrist bis 1.000 km und dann wird langsam gesteigert.

Ein Grundsatz gilt bei mir für neue und für ältere Fahrzeuge: Der Motor wird schonend warm gefahren und erst wenn er richtig warm ist kann er auch stärker beansprucht werden.

Die Motoren werden heute wirklich erst nach einer Laufleistung von von 20.000 - 30.000 km bzw. die Dieselmotoren auch erst nach höheren km-Leistungen richtig frei.

Ich hatte die beiden letzten Tage die Gelegenheit den Delta mit dem 190 PS Dieslmotor zu fahren und ich war begeistert von der Leistung obwohl der erst ca. 4.000 km drauf hatte und somit noch etwas mehr kommen wird. Er war in der Beschleunigung meinem Thesis natürlich überlegen. Der Delta ist ja auch einiges leichter. Und wie Bernardo bemerkte, man merkt es fast nicht wie schnell man in die höheren Geschwindigkeitsbereiche kommt.

Ciao
Walter
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Thesis Sportiva 2,4 Multijet 20V, 185 PS - rockabilly schwarz + Poltrona Frau Leder rot
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