Die letzte große Reparatur

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lanciavienna
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Die letzte große Reparatur

Post by lanciavienna » 18 Jul 2018, 13:48

Langsam naht wohl das Ende meines Delta (01/2009). Heute wäre eigentlich "nur" ein Servictermin am Plan gestanden, daraus wurde aber dann gleich einmal deutlich mehr: Bremsen Hinten kaputt, Stoßdämpfer hinüber und vorne rechts sogar die Feder gebrochen. Heißt unterm Strich: 1.500 Euro. Ich investiere jetzt noch einmal, wird aber wohl das letzte Mal gewesen sein, dass ich eine so teure Reparatur machen lasse. Es ist wohl jetzt schon mit 141.000 Kilometer eher eine Liebhaberei noch einmal so viel Geld hinein zu stecken. Aber ich hoffe, er fährt jetzt noch ein oder zwei Jahre. Ein Abschied auf Raten...

enno
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Re: Die letzte große Reparatur

Post by enno » 18 Jul 2018, 20:28

Hallo , ja das ist natürlich bescheiden so eine Rechnung von 1500 Euro!Aber Bremsen und Stoßdämpfer oder auch Federn haben kein ewiges Leben , und sind sicher noch die ersten Original Teile ? Dazu sind es ja auch Verschleißteile! Deswegen würde ich den Delta, der noch nicht mal 10 Jahre alt ist nicht entsorgen oder abgeben . Vielleicht holst du dir noch ein Angebot aus einer anderen Werkstatt, möglicherweise ist es da etwas günstiger! Der New Delta ist jetzt auch kein teurer Exot .Viele Teile sind baugleich mit anderen FCA Modellen. Beste grüße Enno

lanciavienna
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Re: Die letzte große Reparatur

Post by lanciavienna » 19 Jul 2018, 12:45

Leider sind offenbar die Federn nur Original zu verbauen. War schon das dritte (und günstigste) Angebot. In der Vertragswerkstätte hätte ich über 2.000 Euro hingelegt. Hoffe, er fährt jetzt noch weitere zwei Jahre ohne großen Mucks. Und ja, du hast Recht: Es sind eben Verschleißteile. Der Delta wird weiter brav zum Service gestellt und darf jeden Abend wieder in der Garage Platz nehmen. Also, es wird schon auf ihn geschaut. Hoffe wir mal, es melden sich nicht demnächst noch andere Sachen.

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Re: Die letzte große Reparatur

Post by LCV » 19 Jul 2018, 13:34

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie kostenintensiv die neueren Autos sind. Unser Y 840 ist gerade zum 3. Mal über den TÜV gegangen, das 1. Mal beim Kauf 2014, hat jetzt knapp 200.000 km drauf und läuft einwandfrei. Im Frühjahr waren 4 neue Stoßdämpfer fällig, ansonsten nur mal irgendein Kleinteil wie der Vorwiderstand des Lüfters und 1 x neue Reifen. In über 4 Jahren kommen wir noch nicht einmal auf EUR 1.500,-- (Reifen + Stoßdämpfer mitgerechnet). Mein Langstreckenauto Bj. Ende 94 ist aber im direkten Vergleich noch günstiger. Da ist außer einem Lichtschalter und dem Sensor für die Innenraumtemperatur noch nichts kaputt gegangen. Das legt den Verdacht nahe, dass (vermutlich alle) Autohersteller immer mehr am Material sparen und die teuren Reparaturen von Anfang an mit einplanen. Gerade deshalb würde ich den Delta nun erst recht erhalten, denn welche Alternativen gibt es denn? Bei neueren Autos dürfte es noch schlimmer werden, es sei denn, man kauft ein Auto mit 7 Jahren Garantie und stößt es vor Ablauf vorsichtshalber ab. Oder, wenn das einem passt, man kauft eher einen noch deutlich älteren Wagen zum sehr niedrigen Preis. Die Unterhaltskosten dürften niedriger sein als der Wertverlust bei einem Neuwagen.
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Mosella
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Re: Die letzte große Reparatur

Post by Mosella » 19 Jul 2018, 20:37

Der Delta (zumindest meiner) ist nicht teuer im Unterhalt.:) Meine vorherigen Audi waren da teurer... Unverschämt ist lediglich der Versicherungsbeitrag vom Lancia. Habe selbst einen 2009er mit 154000km, der wird schon noch ein paar Jahre laufen.(tu)

arhoening
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Re: Die letzte große Reparatur

Post by arhoening » 19 Jul 2018, 22:08

Durch Ford (zwangsweise) desillusioniert, kann ich meine durchaus subjektive Meinung Kund tun, die da lautet: man kann sich heute kein Neufahrzeug mehr kaufen, da sie (wie mein S-Max) Probleme am laufenden Band machen. Die Autos sind heute nicht mehr lange "haltbar", da sie Kinderkrankheiten haben. Fazit: Leasing, nicht länger als 3 Jahre und dann weg damit. Gnadenlos. Mein bester Freund ist Gutachter bei Dekra; er sat, es trifft sogar bzw. vor allem die Premiummarken. Rückrufe etc. ohne Ende. Mein Musa ist 12 Jahre alt und hat in dieser ganzen Zeit keine solchen Probleme gehabt. So alt kann der Ford nie werden, das schafft er nicht.>:D<
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LANCIA Delta Executive 1,8Di 16V Turbo Sportronic in Magma Schwarz (2011)
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Re: Die letzte große Reparatur

Post by LCV » 20 Jul 2018, 10:35

Dass der Musa qualitativ besser ist, liegt wohl daran, dass zu dieser Zeit Lancia gerade etwas unterstützt wurde. Man steckte z.B. in Deutschland auch noch mal etwas Geld in die Werbung und kooperierte mit den Clubs. Ich habe nun in meinem Leben sehr viele Autos besessen. Es gab in den 70er Jahren bis Ende der 90er sehr gute und zuverlässige Autos. Ich fuhr ja meist Autos der gehobenen Klasse, weil ich beruflich viel unterwegs war. Z.B. BMW E3 (2500, 2800, 3.0 Si, 3.0 Li) waren hervorragend (Ausnahme 3.0 Vergaser, der gegenüber dem 2800 schlechtere Fahrleistungen und höheren Verbrauch hatte). Die Coupés mit diesen Motoren hatten einige Karosserieprobleme. BMW 633 CSi brachten es zu sehr hohen km-Leistungen und hatten nie Pannen. Die oft kolportierten Schäden an der Zylinderkopfdichtung waren allesamt auf die Blödheit der Kunden zurückzuführen, die alles besser wissen, aber nicht in die Bed.anl. schauen! Ein kleiner Mazda 323 GT für den Kurzstreckenbetrieb war nicht kaputt zu kriegen. Ein 626 Coupé in der Familie ebenso. Ich hatte auch mit dem Beta Coupé 2.0 ie/HPE 2.0 ie keine Probleme. Der Lancia 2000 2.0 ie von 1973 war das Beste in Bezug auf Zuverlässigkeit und im Unterhalt der billigste Wagen, den ich je hatte. Ich kann auch den Thema 3.0 V6 und SAAB 9000 sehr gute Qualität bescheinigen und sogar der kleine Y 840/60 PS ist ohne Tadel. Was ich da so von Bekannten und Nachbarn höre, die grundsätzlich nur neue Autos kaufen ... der reine Horror. Was die in einem Jahr in fast neue Autos stecken, gibt schon einen guten Gebrauchten von 1995. Da ist der Wertverlust noch nicht einmal eingerechnet. Die Garantie täuscht darüber hinweg, dass man zwangsweise Inspektionen machen lassen muss und preislich dem Hersteller vollkommen ausgeliefert ist. Außerdem ist in den neuen Autos so viel eigentlich unnützes Zeug verbaut, dass da auch viel mehr kaputt gehen kann. Man muss doch nur in den Foren lesen, was die Leute für Probleme haben. Da spinnen Dinge, die ich weder im Auto habe noch vermisse. Es wundert mich nicht, dass der Anteil von Young- und Oldtimern steigt. Irgendwann haben die Leute keine Lust mehr, die Gehälter von Leuten zu finanzieren, die auch noch zu unlauteren Mitteln greifen (s. Diesel- Affaire). Gerade wurde wieder mal der Service der diversen Marken gecheckt. VW und Fiat am schlechtesten. Erstaunlicherweise ganz oben: Peugeot, Citroen und BMW. Als es noch kleinere Familienbetriebe gab, war das ohnehin ganz anders. Da ging man noch zu guten Bekannten oder gar Freunden. Heute wird man nur noch abgefertigt. Deshalb für mich: Youngtimer und wenn mal was ist, kleine freie Werkstatt.
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Re: Die letzte große Reparatur

Post by arhoening » 20 Jul 2018, 11:06

Ja, aber ich mache mir doch schon etwas Kopf, wenn vllt. mal was "spezielles" an meinem Delta 1,8Di kaputt gehen sollte. Ich denke da speziell an Steuergeräte, obwohl ich noch nie ein kaputtes hatte. Gilt natürlich auch für den Musa, aber da könnte man nach 12 Jahren, sagen "JA", schade und ihn beerdigen. Deshalb meinte ich leasen und noch innerhalb oder spätestens zum Ablauf der Gewährleistung weg mit der Kiste. Schlimme Zeit, gell ?
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Re: Die letzte große Reparatur

Post by mikele » 20 Jul 2018, 16:37

steuergeräte kann man heute auch reparieren lassen. da gibts schon einige firmen , die sich darauf spezialisiert haben. gruss

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Re: Die letzte große Reparatur

Post by LCV » 20 Jul 2018, 17:05

Nicht alle. Zum Teil werden die vergossen, d.h. eine flüssige Kunststoffmasse wird eingefüllt und härtet aus. Damit werden zwar Schäden durch Stöße oder Feuchtigkeit minimiert, aber Reparaturen unmöglich gemacht. Ich sehe aber weniger darin ein Problem, da man ja evtl. welche aus Unfallautos bekommen kann. Vielmehr bedeutet der Ausfall eines Steuergerätes fast immer Ende der Reise, Abschleppen in die Fachwerkstatt, möglicherweise längeres Warten auf Ersatz. Hatten wir alles bei einem Thesis. Blieb einfach stehen, nix ging mehr. Während alle anderen mit 90er Jahre Autos weiter fuhren, war hier Schluss. Der BOSCH-Händler vor Ort brauchte fast 1 Woche zur Beschaffung und Reparatur. Zu allem Unglück gab es natürlich weder einen ehemaligen Lancia- noch Fiat-Händler im weiteren Umkreis. Das war an einem Samstag nachmittag. Besonders blöde Zeit. Also konnte der Mechaniker erst am Montag den Fehler suchen, dann das Teil im Internet ausfindig machen und bestellen. Natürlich kann ein altes Auto einen kapitalen Motor- oder Getriebeschaden haben - was aber höchst selten ist und sich meist auch ankündigt. Was so normalerweise anfällt, repariert man am Straßenrand oder man geht in eine x-beliebige freie Werkstatt.
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