Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Hier können Lancisti auch über andere Sachen als Lancia reden.

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evo16v
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Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by evo16v » 26 Aug 2016, 18:25

Für die die italienisch können, ganz interessanter Artikel.
http://www.corrieredellosport.it/news/m ... ettacolare

Erstaunlich daß er zweimal so explizit Lancia erwähnt für den Absatz, so völlig tot ist die Marke vielleicht doch noch nicht.
Daß der Tipo (noch ohne Station wagon) nun im italienischen Absatz den Golf überholt, spricht ja wirklich für einen großen Erfolg des Modells in Italien.

Und der Stelvio scheint nun doch nicht in Paris sondern erst in Genf nächstes Frühjahr zu kommen, da erst volle Konzentration auf Giulia und zusätzliche Varianten davon.

lanciadelta64
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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by lanciadelta64 » 26 Aug 2016, 21:30

Ja, aber die Giulia scheint mehr schlecht als recht zu laufen.

Wie du ja weißt, sind hier in meiner Gegend im Sommer viele Touristen, sehr viele aus Rom und nicht wenige mit einer Sommerresidenz hier. In diesem Jahr gab es ungewöhnlich viele Neufahrzeuge (am Kennzeichen zu erkennen) und was meinst du, was nicht darunter war? Richtig, die Giulia. Sogar Jaguar XE kam vor, aber vor allem jede Menge Autos aus "Germany" und scheinbar interessiert auch keiner die VW-Problematik.

Fakt ist, keine Giulia in den Top 50 des Monats Juli zu finden, aber Audi A4 mit 1.075 Fahrzeugen auf Platz 33 und 3er BMW mit 858 Fahrzeugen auf Platz 45. Fakt ist, im Monat Juli keine Giulia in den Top 10 des D-Segments.

Interessant auch, keine Tipos mehr zu sehen, vor allem aber habe ich bis heute keinen Hatch sehen können (die Limos sind scheinbar alle woanders unterwegs oder anders gesagt, die von hier machen Urlaub an anderer Stelle ;-) )...

Ist dir entgangen, in welchen Zusammenhang er Lancia nennt und dann Alfa und Jeep? ;-) War nicht bis "gestern" Lancia "Premium" und sei es mit dem Ypsilon eben als "A/B-Segment-Premium"?

Er nennt Lancia in einen Atemzug mit FIAT und Abarth als "generalista", also für den "Massenmarkt" und Alfa nebst Jeep für den "Premiummarkt".

Scheinbar ist aber Alfa derart "Premium", dass man halt keine sieht ;-). Wenigstens gibt es in meinen Ort einen Ferrari, aber Giulia? Dove? Wo?...

Nun muss das wenig aussagen, dass man hier keine sah, aber die Zahlen scheinen meinen Betrachtungen zu untermauern und da hier sehr viele Premium-Fahrzeuge unterwegs sind, zeigt sich einmal mehr, dass es vor allem um Image geht und Alfa kann da eben nicht mithalten. Damit lässt sich halt nicht "lo stronzo" machen, besser also Audis und BMWs ;-) und noch viel besser gleich SUVs und Crossover (und dann jammern die Leute über Spritpreise, bauen sich Gasanlagen ein oder fahren vor allem "Treckermotoren" ;-) )...sono tutti pazzi... ?tt?

evo16v
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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by evo16v » 26 Aug 2016, 21:58

Wäre auf jeden Fall interessant zu wissen, ob nich so wenige Giulias zu sehen sind weil man die Produktion nicht hochgefahren bekommt oder ob sie wirklich nicht ankommt. Mit den Suvs hast Du sicher Recht, ist hier auch so, die Leute sind verrückt danach. Und dann kaufen die meisten so eine Kiste auch noch ohne Allrad (der X1 wird wohl zu fast 80% als Fwd gekauft), damit der Schwachsinn komplett ist, stimmt schon, nur zwecks der Angabe, nicht nur in Italien.Umso unverständlicher da den Stelvio nicht asap zu bringen.

lanciadelta64
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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by lanciadelta64 » 27 Aug 2016, 12:27

Das ist schwer zu sagen, aber ich hatte schon Anfang Juni Transporter voll mit Giulias in der Nähe von Cassino Richtung Roma gesehen und dann, wenn man seine eigenen Landsleute kennt, sich das "dämliche" Geschwätz einiger auf einer Tauffeier, die ja in Italien im großen Stil gefeiert wird, dann würde ich einmal behaupten, dass die Giulia in einem eh "marginalen" Segment sich gegen ABM schwer tut. In keinem anderen Segment, wenn wir jetzt einmal die klassischen oberen Klassen beiseite lassen, ist das Image, sprich "Premium" so wichtig wie im D-Segment.

Hier kauft man sich ein Fahrzeug kaum wegen des Inhalts, als vielmehr, weil er "teuer" ist und ein Image hat. Anders ausgedrückt, komme ich mit einer Giulia, denken viele, belächelt zu werden, komme ich mit nem 3er BMW werde ich von "allen" bewundert.

Wie gesagt, das Segment ist relativ klein, aber ich war doch erstaunt, dass ich unter den extrem vielen Touristen (mehr als in den Jahren zuvor, dafür sind sie jetzt nach dem Erdbeben beinahe alle wieder verschwunden ;-) ) nicht eine - und die Betonung liegt auf nicht eine - Giulia gestoßen bin und es waren sicherlich gerade die Leute, die viel wert auf "Image" legen. Nicht umsonst siehst du auch im Moment keine Tipos hier herumfahren, obwohl sie bis vor dem Urlaub schon beinahe überraschend oft hier herumkurvten.

Ich hoffe, du hast recht und es ist ein Lieferengpass bzw. einfach die Zeit zu kurz, als dass man sie nun schon wahrnehmen könnte, aber meine Skepsis wirst du ja verstehen.

Klar, es könnte wie beim Bravo sein, bei dem man ja die Produktion vorverlegt hat, sodass noch nicht ausreichend viele Fahrzeuge vorproduziert waren und es somit eine Zeit gedauert hatte, bis man die zu Gesicht bekam. Mag vielleicht sein, dass eben wegen der Verzögerungen, um dann halt Gas zu geben, also dann die verlorene Zeit schnellstmöglich hereinholen wollte, noch nicht die Produktion auf vollen Touren ist, dazu die Dichte zu den Ferien (im August stehen die Bänder eh still), mögen einen Einfluss gehabt haben.

Aber verstehe meine Nervösität, denn ich kann mich nicht erinnern, dass ein italienisches Fahrzeug jemals von den italienischen Medien so breit aufgenommen wurde, so positiv bewertet, immer und überalls in den Medien war und nun braucht man nach Monaten ein weiteres "Tag der offenen Türe"?

Normalerweise finden die innerhalb von zwei Wochen statt, wenn der -angeblich-große Andrang einen nötig macht, aber hier scheint mir doch etwas nicht so zu laufen, wie man es sich erhofft hat.

Wie gesagt, wer so viel Geld für ein Auto ausgeben will/kann, kauft sich normalerweise ein "Imagefahrzeug" und die bei FCA können so viel erzählen, wie sie wollen, im Moment wird Alfa eher als "Ramsch" angesehen, zumindest für eine breitere Masse und nur etwas für "Hardcore-Alfisti". Mag ja sein, dass man irgendwann dahinkommen wird und dass die Giulia ein guter Anfang ist, aber der Weg ist noch lang und sehr steinig...

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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by LCV » 27 Aug 2016, 12:50

evo16v schrieb:
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> Mit den Suvs hast Du
> sicher Recht, ist hier auch so, die Leute sind
> verrückt danach. Und dann kaufen die meisten so
> eine Kiste auch noch ohne Allrad (der X1 wird wohl
> zu fast 80% als Fwd gekauft), damit der
> Schwachsinn komplett ist, stimmt schon, nur zwecks
> der Angabe, nicht nur in Italien.Umso
> unverständlicher da den Stelvio nicht asap zu
> bringen.

Wieso Schwachsinn? In Deutschland darf man eigentlich nirgendwo
ins Gelände. Wer also nicht gerade im Gebirge wohnt oder ständig
zu den Skiliften pilgert, braucht auch kein 4WD. Es gibt ja noch
andere Gründe, ein bestimmtes Auto zu kaufen. Z.B. die erhöhte
Sitzposition. Für manchen Autofahrer wäre es ohnehin besser, er
hätte keinen Allradantrieb. Er kommt zwar so auf Berge hinauf, die
er mit VA oder HA nicht gepackt hätte, aber wie kommt er wieder
herunter? Ich habe schon oft im Schwarzwald Leute gesehen, die
trotz Allrad Probleme hatten, wo geübte Fahrer sogar mit HA noch
klar kommen. 4WD bedeutet mehr Gewicht, also auch höherer Verbrauch.
Deshalb ist die Entscheidung für VA kein Schwachsinn, sondern eine
ganz individuelle Angelegenheit und auf den Einsatz abgestimmt.
Lancia Club Vincenzo - Int. Lancia Flaminia Register - Int. Lancia Thema Register - Eurovan 1 IG - SAAB-Freunde Südbaden
www.lancia-club-vincenzo.com

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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by evo16v » 27 Aug 2016, 14:12

Also für mich ist ein Geländewagen zum in der Stadt rumgurken und Autobahnfahren (was bei den meisten ja 98% der Fahrtzustände sind) einfach nur dämlich und deplaziert und ein fetter Geländewagen ohne Allrad der dann im Winter nicht mal aus einem Schneehaufen rauskommt, über den sich ein Panda einen Ast lacht, das ist und bleibt für mich der Gipfel des Schwachsinns und der Dekadenten Sinnlosigkeit, Angabe pur und nichts dahinter.

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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by LCV » 27 Aug 2016, 15:24

Ich würde gar keinen haben wollen. Ich will keinen 3-Zylinder, der zwar ohne Allrad auskommt.
Der 4-Zylinder dagegen mit Allrad (X-Drive) ist nur als Automatik im Angebot. Ich will ein
knackiges manuelles Getriebe.

Aber ist ein X1 ein Angeberfahrzeug? Dafür sieht er viel zu unspektakulär aus. Das passt
eher zu den Großmaul-Audis. Mal abgesehen von Motor-Getriebe-Antriebs-Kombinationen.
Sitzposition und variabler Gepäckraum können ja auch ausschlaggebend sein.

Als Angeberkarren sehe ich eher gewisse Ferrari, Lamborghini, Audi RS und aufgemotzte Amis,
typische Zuhälterkisten.
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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by barchettaristi » 27 Aug 2016, 18:34

Hallo zusammen
Ich sehe das eigentlich als 2WD Renegadebesitzer genauso, wie Frank das beschrieben hat. Wir wohnen in NRW und hier gibt es keine Berge, wir fahren niemals ins Gelände. Der Kaufpreis ist niedrigerer, der Verbrauch geringer und was nicht dran ist, kann nicht kaputtgehen:). Ich habe mit der Ersparnis lieber die Ausstattung etwas höher gewählt. Der Renegade ist sehr wendig in der Stadt und das fahren mit der erhöhten Sitzposition sehr angenehm, wie auch das ein- und aussteigen. Auf der Autobahn fahren wir meist mit Tempomat mit 120, 130km/h. Da liegt der Verbrauch dann bei 5,5 Liter Diesel. Also was spricht dagegen? Nun, jetzt ist der Renegade ja auch ein recht kleiner SUV, aber groß genug, auch für längere Fahrten. Ich bin kein Dieselliebhaber, aber ich finde der 1,6 Multijet passt gut zu dem Kleinen und er hat ein gutes Drehmoment. Wir sind vollauf zufrieden, besonders meine Frau, die den Kleinen ja hauptsächlich fährt.
Wer wirklich gut im Gelände unterwegs sein, kauft ja auch keinen komfortablen SUV, sondern einen kleinen Suzuki Jimny, Lada Niva oder bei halt einen der Platzhirsche wie Mercedes G, Landrover Defender oder Jeep Wrangler, um jetzt mal so die bekanntesten zu nennen. Da braucht man keinen Schnickschnack, nur eine gute Untersetzung.
Die grossen SUV, wie Q7 oder X5 haben im harten Gelände aufgrund ihres Gewichts und ihrer Bereifung eh keine Chance. Da versteh ich den Sinn dann auch nicht so recht, zumindest wenn man davon ausgeht, ein Allrad Fahrzeug zu kaufen. Mehr als leichtes Gelände geht damit nicht, sodass ich denke, das der Allrad im normalen Straßenverkehr, lediglich im Winter benutzt wird.
Aber der Markt für diese Fahrzeuge ist ja da und deshalb werden sie ja auch gebaut. Mir wäre ein großer SUV auch zu teuer und unwirtschaftlich, keine Frage. Schon alleine die Parkplatzsuche, stelle ich mir, mit so einem grossen Fahrzeug schwierig vor.
Viele Grüsse aus Krefeld und ein schönes WE
Manfred
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costaricapingu
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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by costaricapingu » 27 Aug 2016, 18:38

Ein Fahrzeug mit besserer Bodenfreiheit und ohne Allrad macht für mich durchaus Sinn. Ich fahre oft schlechte Straßen und Feldwege, auf denen aber Allrad nicht notwendig ist. Da ich zudem ca. 40 Tkm im Jahr fahre, ist der niedrigere Verbrauch des FWD sinnvoll. Daher ist für mich mein Freemont mit FWD die beste Lösung. Platz wie ein Van für die Familie, höheres Fahrwerk für die Feldwege und dennoch ein Verbrauch wie ein normaler Kombi auf der Straße. Und dass er zudem absolut unkompliziert und zuverlässig ist (in den ersten 100Tkm ist nur eine Kennzeichenlampe defekt gewesen), bestätigt die Entscheidung erst recht.
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Aktuell:
Fiat Freemont 2.0MJ (Bj. 2012, 141.000km)
Fiat Punto 1.2 16V (Bj. 2002, 181.000km)
Lancia Beta HPE (Bj. 1984, 116.000 km)[/I]
Ehemalige:
Fiat Panda 1000CL (Bj. 88, Exitus bei 298.000km), Fiat Punto 60SX (Bj 95, Exitus bei 238.000km), Lancia Dedra TDS SW (Bj. 1995, abgewrackt bei 286.000km), Fiat Croma 1.9MJ (verkauft mit 118 Tkm), A112 Abarth (Bj. 84, verkauft)

evo16v
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Re: Interview mit Gianluca Italia (FCA Vetriebschef Italien)

Post by evo16v » 27 Aug 2016, 23:39

LCV schrieb:
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> Aber ist ein X1 ein Angeberfahrzeug? Dafür sieht
> er viel zu unspektakulär aus. Das passt
> eher zu den Großmaul-Audis. Mal abgesehen von
> Motor-Getriebe-Antriebs-Kombinationen.
> Sitzposition und variabler Gepäckraum können ja
> auch ausschlaggebend sein.


Ich hatte da jetzt weniger an den X1 Fwd als vielmehr X5 mit Rwd gedacht, was soll so eine Kiste? Dann tausendmal lieber einen 540iX, der geht gut, hat eine vernünftige Strassenlage und kann was in den Bergen im Winter, im Gegensatz zu einem Hoppla-jetzt-komm-ich X5 25rwd der an jedem verschneiten Pass hängenbleibt. Wie peinlich ist so eine Krücke denn?

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